Plakat Dixit Dominus und Dettinger Te Deum April 2005

G.F. Händel: Dixit Dominus und Dettinger Te Deum

  • Autor:

    KIT Kammerchor

  • Datum: 17.04.2005
  • Ort: Christuskirche Karlsruhe

Mitwirkende

Mitwirkende Dixit Dominus und Dettinger Te Deum April 2005

Programm

Georg Friedrich Händel (1685-1759):
   Dixit Dominus HWV 232 - Psalm 110
   Dettinger te Deum - Te Deum for the victory of Dettingen HWV 283

Zum Programm
Auf seiner Reise nach Italien (1706-09) hielt sich der junge Händel die meiste Zeit in Rom auf, wo er zahlreiche Werke für weltliche und geistliche Mäzene komponierte. Der Auftraggeber für das „Dixit Dominus" war wahrscheinlich der Kardinal Carlo Colonna, in dessen Palast Händel regelmäßig verkehrte. Im April 1707 beendete Händel die Arbeit an dem Werk.
Händel teilte den Psalm 110 in 8 Abschnitte, in denen er den Text mit vielfältigen Mitteln ausgestaltete. Beeinflusst durch die italienischen Motettenkompositionen und die Instrumentalmusik, die er in Italien studieren konnte, gelang Händel in diesem geistlichen Konzert eine virtuose und äußerst farbige Chorbehandlung, die schon die Grundlage für seine späteren Meisterwerke bildete. Besonders erwähnt sei in diesem Zusammenhang die Nr. 4, „Juravit Dominus", die Händel in den Grave-Teilen mit kühnen Dissonanzen versah, und diese dann mit konzertierenden Allegro-Teilen in Kontrast setzte.
Dieser Wechsel von langsam-schnell-langsam-schnell hat sein Vorbild in den Kirchensonaten z. B. von Corelli, mit dem Händel in Rom Kontakt hatte. Durch die Verwendung des leicht variierten 1. Psalmtones im ersten und im letzten Satz, den Händel als Cantus firmus in großen Notenwerten verarbeitet, erhält das Werk eine große formale Geschlossenheit.

Das Dettinger Te Deum entstand im Jahr 1743 in London. Im österreichischen Erbfolgekrieg errangen die Engländer, die auf der Seite der Österreicher standen, in Dettingen in der Nähe von Aschaffenburg den entscheidenden Sieg über die Franzosen und Preußen. Für die darauf folgende Sieges- und Dankesfeier erhielt Händel von König Georg II. den Auftrag, ein Te Deum zu schreiben. Händel benutzte die englische Übersetzung des Ambrosianischen Lobgesanges in der Textfassung des „Prayer Book" aus dem Jahr 1662.
Das reich besetzte Orchester mit Continuo, Streichern, Holzbläsern, Pauken und Trompeten verleiht dem Werk einen strahlenden und festlichen Charakter. Es steht neben den großen Oratorien Händels, wie Messias, Samson und Semele, die ebenfalls in den 40er Jahren entstanden sind, als ebenbürtiges Meisterwerk und gehört noch heute in England zu den erfolgreichsten und meistgespielten Werken des Meisters.